Kann ich Hemmstoffmilch ohne Risiko an Kälber verfüttern?

Hemmstoffmilch, dass heißt die Milch, die aufgrund von Antibiotikabehandlungen und der damit verbunden Rückstände in der Milch (Hemmstoffe) innerhalb der vorgeschriebenen Wartezeit nicht verkehrsfähig ist, wird in einigen Betrieben ohne Bedenken an die Kälber vertränkt. Doch was bedeutet das für die Kälber?

Obwohl diese nicht verkehrsfähige Milch häufig als die kostengünstigste Kälbertränke bezeichnet wird, birgt das Verfüttern von Hemmstoffmilch große Risiken: Das Verfüttern der Milch mit Rückständen von Antibiotika kann zu einer Störung der Bakterienflora im Pansen und Magen-Darm-Trakt führen und hierdurch Durchfallerkrankungen verursachen. Wird Milch von frischbehandelten Kühen direkt an Kälber verfüttert, erfolgt zudem eine  unkontrollierte Zufuhr von AntibiotikaDem Kalb wird Antibiotika nicht innerhalb eines bestimmten Zeitraums verabreicht (wie bei einer eigenen Behandlung), sondern unkontrolliert über einen längeren Zeitraum zugeführt. Häufig wird das Verfüttern von hemmstoffhaltiger Milch daher mit der Bildung von Antibiotika- Resistenzen in Zusammenhang gebracht. Dabei ist zu beachten, dass die Wirksamkeit von Antibiotika weder durch ein Ansäuern noch durch ein Pasteurisieren der Milch nachhaltig beeinträchtigt wirdHäufig unberücksichtigt bleibt auch die Tatsache, dass mit der nicht verkehrsfähigen Milch auch Mastitiserreger sowie andere pathogene Keime (z.B. BVD, Paratuberkulose) an die Kälber verfüttert werden Fakt ist: Euterentzündungen sind eine der häufigsten Erkrankungen in unseren Milchviehbeständen und nur wenige Betriebe kommen dauerhaft ohne den Einsatz von Antibiotika aus, daher ist Hemmstoffmilch für eine sichere und optimale Kälberaufzucht nicht geeignet.

Das Verfüttern von hemmstoffhaltiger Milch stellt ein hohes Risiko hinsichtlich der Tiergesundheit dar!