Arbeitsanweisungen im Betrieb

Vom Eierkochen und Steineklopfen hin zum Qualitätsmanagement 

„Arbeitsanweisungen im Betrieb leben“ - zu diesem Thema luden wir am 05.06.2019 zu einem Workshop nach Detmmansdorf-Kölzow ein.

Rund 70% aller deutschen Betriebe haben keine schriftlichen Arbeitsanleitungen. Fehlende Arbeitsanweisungen führen aber häufig zu Folgeproblemen, wie Schwankungen in der Arbeitsqualität, Abhängigkeit von einzelnen Personen sowie hohe Mitarbeiterfluktuation, woraus sich eine Mehrarbeit für die restlichen Angestellten ergibt. Auch für den Qualitätsstandard und eine damit verbundene Zertifizierung sind schriftliche Arbeitsanweisungen notwendig. 

Die 23 Teilnehmer, größtenteils Betriebsleiter und Herdenmanger aus 21 Betrieben, kamen mit hohen Erwartungen und letztlich einem Ziel: Wie kommuniziere ich Arbeitsanweisungen richtig an meine Mitarbeiter? 

Weitere Themen des Workshops waren die Verbesserung der Teamfähigkeit und Koordination, Ideen/Anregungen für die tägliche Arbeit sowie Optimierung der Arbeitsabläufe. 

Merle Denker vom ATR Landhandel und Sprayfo Aufzuchtspezialistin Conny Hopp, begrüßten die Teilnehmer und übergaben das Wort an Herrn Prof. Heuwieser von der Tierklinik für Fortpflanzung in Berlin. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und einem Warmwerden untereinander, kamen die ersten Diskussionen und der Austausch über Erfahrungen im Umgang mit den Mitarbeitern zustande. Im Durchschnitt hatten die teilnehmenden Betriebe 462 Kühe und 10 Mitarbeiter. Der Workshop richtete sich an mitarbeiterführende Personen, wobei der jüngste Teilnehmer 23 Jahre jung war.

Herr Prof. Heuwieser zeigte ein Video von Loriot, „Das Frühstücksei“. In dem Sketch geht es um ein, für
den Mann zu hart gekochtes Ei. Auf die Frage, wie lange das Ei gekocht habe, entspinnt sich ein Dialog, der die Unfähigkeit von Mann und Frau offenlegt, einen gemeinsamen Gesprächshorizont zu finden. 

Eines wird sofort deutlich: Zufälligkeit beim Eierkochen ist nicht gut! So ist es auch bei der täglichen Arbeit im
Umgang mit unseren Tieren. Die Kälber dürfen nicht zufällig 38°C warme Milch bekommen, sondern die
Milch muss 38°C haben! Außerdem ist ein gemeinsamer Gesprächshorizont das A und O.

Die Teilnehmer haben in Gruppen eine Arbeitsanweisung zu einer einfachen Tätigkeit aufgeschrieben. Bei der Präsentation wurde schnell deutlich, dass nicht jeder Teilnehmer sofort verstanden hat, auf was es ankommt.

Wie sollen Arbeitsanweisungen (SOP) formuliert werden?

  • einfach
  • leicht verständlich
  • unmissverständlich
  • zugänglich
  • visuell
  • mit AHA!-Erlebnis

Sammeln Sie dazu Informationen und hinterfragen Sie diese. Arbeiten Sie zusammen mit den Leuten, die die Arbeit verrichten (Melker, Kälberfrau, Fütterer). Benutzen Sie eine einfache und klare Sprache. Verwenden Sie kurze Sätze mit wenig Text und
machen Sie präzise Angaben. Prüfen und verbessern Sie die SOPs mit Ihrem Team.

Mit Hilfe dieser Punkte erstellten die Teilnehmer erneut eine Arbeitsanweisung und hatten dabei selbst ein AHA!-Erlebnis und viel Freude. Nach 4 Stunden hatte keiner der Teilnehmer die Lust verloren und die Nachfrage an einer Wiederholung war sehr groß.

Die nächsten Projekte zum Thema Mitarbeiterführung sind bereits geplant, denn: Ein Betrieb ist nur so gut, wie seine Mitarbeiter. Und: Nur ein gesundes Kalb im Stall wird zur leistungsfähigen Kuh von morgen. 

Bei Interesse an unseren Kursen melden Sie sich gerne bei unserer Sprayfo Aufzuchtspezialistin Conny Hopp oder bei unserer Marketingabteilung in Diepholz. Die Kontaktdaten finden Sie unter www.sprayfo.de.