Optimierung der Vorbereitungsfütter-ung in Milchviehbetrieben

Durch eine optimale Vorbereitungsfütterung der trockenstehenden Kuh in den letzten 2-3 Wochen vor der Kalbung wird der Grundstein für einen störungsfreien Start in die Laktation gelegt. Außerdem hat dieser Zeitraum einen großen Einfluss auf das neugeborene Kalb und dessen Entwicklung.

Die ATR Fachberatung Rind legt ihr Augenmerk in dieser Zeit auf zwei Schwerpunkte:

  • auf eine für maximalen Komfort und hohe Futteraufnahme ausgerichtete Aufstallung
  • auf eine Vorbereitungsfütterung die folgendes berücksichtigt:
  1. Vorbereitung des Pansens
  2. Milchfieberprophylaxe
  3. Widerstandskraft von Kuh und Kalb erhöhen
  4. Kolostrumqualität verbessern

Wie eine Vorbereitungskuh untergebracht sein sollte ist in der Fachpresse hinlänglich beschrieben worden. Großzügige Einstreubereiche werden in dieser Zeit angestrebt. Allerdings sehen wir häufig eine Überbe-legung dieser Vorbereitungsgruppen auf den Betrieben. Überbelegung heißt in diesem Fall zu wenig Fläche je Kuh. 10qm je Kuh sollten nicht unterschritten werden sonst leidet die Futteraufnahme durch schlechte Erreichbarkeit des Futtertisches. Die Vorbereitungsbox darf nicht als Krankenstall missbraucht werden.

Vor der Abkalbung

Die Bedeutung hoher Futteraufnahmen vor der Kalbung hat eine Datenerhebung in der Milchkuhherde in Iden (Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau des Landes Sachsen-Anhalt) eindrucksvoll belegt. Aufgrund der TM-Aufnahme in der letzten Woche vor der Kalbung wurden die Tiere in drei Gruppen (20% sehr gute Fresser, 20% schlechte Fresser, Mittelwert von 270 Kühen) unterteilt und ausgewertet. Zusammengefasst ist folgendes Ergebnis im ersten Laktationsdrittel herausgekommen. Die 20% sehr guten Fresser hatten eine doppelt so hohe TM-Aufnahme vor der Kalbung. Dadurch ergab sich eine über 6,0 kg höhere Milchleistung als bei den schlechten Fressern, bei vergleichbaren Inhaltsstoffen. Noch beein-druckender war die Tatsache, dass aus dieser Gruppe kein Tier die Herde im ersten Laktationsdrittel verlassen hat. Alle Abgänge kamen aus der Gruppe der Tiere mit der schlechten TM-Aufnahme.

Diese Zahlen sollten für jeden Milchviehhalter Motivation sein dafür zu sorgen, dass seine Kühe mit einer angepassten Kondition, einer guten Gesundheit und tragfähigen  Füßen in die Vorbereitung gelangen. Durch eine optimale Aufstallung und Ration werden sie in die Lage versetzt hohe TM-Aufnahmen zu realisieren.

In der Vorbereitungsfütterung streben wir bestimmte Rationskennziffern an, die dafür sorgen, dass der Pansen stets genügend Leistung erbringen muss und andererseits auf die zukünftige Hochleistungsration vorbereitet wird. Das Verhältnis von Rohfaser und Kohlenhydraten ist dabei entscheidend. Ausreichende Mengen Protein liefern genügend Stickstoff für die Mikroben. Dabei bietet sich Rapsextraktionsschrot als eine Hauptkomponente an. Der DCAB Wert in der Ration wird durch den Einsatz von Rapsextraktionsschrot abgesenkt und eine Milchfieberprophylaxe betrieben. Außerdem liefert es durch seinen hohen UDP Wert entsprechende Mengen nutzbares Rohprotein.

Was bietet ATR...

ATR PförtnerÜber das Trockenstehmineral ATR R 7880 mit Vitamin E Gehalten von 20.000 mg füttern wir den Vorbereitungskühen mit 150g Mineralfutter je Tier 3g Vitamin E am Tag. Diese hohe Menge soll zu einer guten Versorgung der durch die Geburt gestressten Kuh und des neugeborenen Kalbes führen. Die Wirksamkeit von Vitamin E als natürliches Antioxidans und Radikalfänger ist ausreichend erforscht. Dieses Mineralfutter setzen wir seit über 10 Jahren auf unseren Beratungsbetrieben ein. Sollten unter bestimmten Bedingungen Selenmangelsituationen auftreten, haben wir auch die Möglichkeit durch Selenhefe im Mineralfutter eine organische Selenquelle einzusetzen. Dadurch können wir u.a. einem Selenmangel der Kälber (Lebensschwäche, Trinkunlust) vorbeugen und einen besseren Lebensstart fördern.

Die Forschung zur Optimierung der Biestmilchqualität geht weiter. Wir testen zur Zeit bestimmte Zusatzstoffe, die in der Trockenstehzeit eingesetzt werden und zu einer Verbesserung des Immunglobulingehaltes führen sollen.

Über allem steht weiterhin die Maximierung der Futteraufnahme in der Trockenstehzeit. An dieser Schraube gilt es zu drehen. Unabhängig davon sollte durch eine gute Tierbeobachtung auffällig schlecht fressende Tiere ausfindig gemacht  und über Einzeltiermaßnahmen unterstützt werden.

Die Fütterung einer speziellen Vorbereiterration ist auf vielen Betrieben schwierig umzusetzen. Unsere ATR Fachberater können Ihnen praxisgerechte Alternativen aufzeigen.

Verfasst von: Helmut Pförtner (ATR Produktmanagement Rind und Fachberatung Rind)

 

 

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