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    Mit gesunden Kälbern läuft es fast wie von selbst 

    Fütterung, Hygiene und Stallklima: Dies sind die Säulen einer problemlosen Aufzucht!

Soll Ihr Kalb verrosten?

Eisen gehört zu den essentiellen Spurenelementen und wirkt sich auf zahlreiche Prozesse im Kälberkörper aus. Im Körper vorkommendes Eisen liegt fast immer proteingebunden vor, zu diesen entscheidenden Eisenverbindungen gehören Hämoglobin und Myoglobin. Eisen ist daher im Körper für den Sauerstofftransport und die Sauerstoffspeicherung zuständig. Darüber hinaus übt Eisen entscheidenden Einfluss auf das Immunsystem, optimale Wachstum sowie die Futterverwertung des Kalbes aus.

Starke Variation der Eisenversorgung

Von Natur aus weisen neugeborene Kälber eine geringe Eisenversorgung auf, so dass im Hinblick auf den Gesundheitsstatus des Kalbes auf eine ausreichende Eisenversorgung geachtet werden sollte. Die Eisenversorgung ist von Bedeutung für eine erhöhte Vitalität, verstärkte Abwehrkraft gegenüber Infektionen, für ein glänzendes Haarkleid, bessere Blutbildung und die Sauerstoffversorgung. Die Eisenmenge, die im Kälberkörper vorhanden ist, hängt u.a. von folgenden Faktoren ab: Rasse, Abstammung, Entwicklungsgeschwindigkeit sowie dem variierenden Eisengehalt in Wasser und den unterschiedlichen Futtermitteln (Raufutter). Aber auch Korrosion der Stalleinrichtungen und unerwünscht kontaminierte Futtermittel (wie z.B. verschmutztes Raufutter) beeinflussen die Eisenversorgung der Kälber. Als essentielles Spurenelement müssen Kälber Eisen mit der Nahrung aufnehmen. Grundlegend sind Pflanzenfresser darauf ausgreichtet, Eisen aus Futterpflanzen aufzunehmen, allerdings lassen sich bereits innerhalb der Pflanzenteile starke Unterschiede der Eisengehalte feststellen. Basierend auf diesen Faktoren lässt sich folgern, dass Kälber zusätzlich mit Eisen versorgt werden sollten – sei es über die Fütterung oder eine Eiseninjektion.

Mangelerscheinung

Bereits nach der Geburt weisen viele Kälber einen Eisenmangel auf, da die Eisenmengen, die während der Entwicklungsphase im Fetus gespeichert werden, relativ gering sind. Dadurch leiden viele neugeborenen Kälber bereits zum Zeitpunkt der Geburt an einer Anämie. Eine Anämie (Blutarmut) bezeichnet einen Mangel an Erythrozyten, also den roten Blutkörperchen und Hämoglobin (dem roten Blutfarbstoff). Da Eisen eine Rolle bei der Produktion von Antikörpern spielt, kann sich eine Unterversorgung negativ auf das Immunsystem des Kalbes auswirken. Zudem kann sich eine Eisenmangelsituation auf die Zunahmen der anämischen Kälber auswirken, da es zu einer verminderten Bildung des Wachstumshormons kommt. Auf dem deutschen Betrieb, Hofgut Neumühle, ist daher untersucht worden, wie sich die Eisenver-sorgung in den ersten Lebenstagen der Kälber durch eine zusätzliche Eisengabe verbessern lässt. Dazu wurden die Blutwerte von 50 Kälbern untersucht, gefolgt von der Verabreichung eines Eisen-präparates. Am 4. und 14. Tag wurden Blutproben der Tiere genommen, um den Gehalt an Hämoglobin, den Hämatokrit-Wert (= Anteil zellulare Bestandteile am Volumen des Blutes, Maß für die Zähigkeit des Blutes) und den Eisengehalt, zu überprüfen. Alle Kälber haben als solide Grundlage in der ersten Lebenswoche Kolostrum erhalten. In der zweiten Lebenswoche wurden die Kälber in zwei Gruppen aufgeteilt, wobei die eine Gruppe mit Vollmilch und die andere Gruppe mit einem Milchaustauscherprodukt versorgt wurde.

Eisengehalte

Bereits im Kolostrum variieren die Eisengehalte, in Abhängigkeit von der Zeit, die nach der Abkalbung vergangen ist. Was widerrum verdeutlicht, warum eine schnellstmögliche Kolostrumversorgung der Kälber so entscheidend ist. In der Literatur wird auch für Vollmilch ein variierender Eisengehalt, von 0,3-0,5 mg Eisen/l (3-5 mg/kg TS), angegeben. Dies erklärt auch die Versuchsergebnisse: Am vierten Lebenstag wiesen 33% der Kälber aus der Vollmilch-Gruppe einen hohen Eisenmangel auf, wobei 25% der Kälber unter einem niedrigen Eisenmangel litten. Besonders am 14. Tag fiel im Vergleich zu den Kälbern, die mit Milchaustauscherprodukten gefüttert wurden, auf, dass die Vollmilch-Kälber eine geringere Eisenversorgung besaßen. Schlußendlich lässt sich festhalten, dass in der Milchaustauscher Gruppe 42% gut mit Eisen versorgt waren, wohingegen in der Vollmilch Gruppe nur 25% der Kälber ausreichend Eisen im Blut aufwiesen, somit 75% einen Eisenmangel besaßen!


Schlußfolgerung: Eisenversorgung von Kälbern

Wie bereits in der Literatur beschrieben wurde, hat die zusätzliche Eisenversorgung der Kuh in der Trockenstehphase, einen äußerst geringen Einfluss auf den Eisenhaushalt des Kalbes. Allerdings führt eine zusätzliche Eisenversorgung Ihrer Kälber zu einer wesentlichen Verbesserung der Hämoglobinwerte im Blut. Demnach sollten zur Verbesserung des Eisenhaushaltes von Kälbern Eisenergänzungspräparate innerhalb der ersten Lebenstage eingesetzt werden. Kälber, die einen ausgeglichenen Eisenhaushalt aufweisen, zeigen dies u.a. durch glänzendes Fell, hohe Vitalität und gute Tageszunahmen.

Aufzuchttipps für die Versorgung mit Eisen

Basierend auf unseren Versuchen möchten wir Ihnen folgende Empfehlungen nahelegen:

  • Vollmilch besitzt von Natur aus einen zu geringen Eisengehalt. Kälber brauchen etwa 100 mg/Tag. Daher ist die Fütterung von Vollmilch nicht dazu imstande, den Bedarf der Kälber zu decken und es sollte unbedingt ein ergänzendes Präparat genutzt werden
  • Zum Zeitpunkt der Geburt benötigen Kälber zusätzliche Eisenversorgung. Unterstützend können Sie auch Farm-O-San StartFit einsetzen
  • Achten Sie auf die Angaben des Milchaustauscherproduktes! Der Eisengehalt sollte hier bei 80–100 mg/kg liegen. Raufutter ist auch eisenreich, unterliegt aber starken Schwankungen und hilft den Kälbern erst im fortgeschrittenen Alter

Wie steht´s um die Eisenversorgung Ihrer Kälber?

Möchten Sie mehr wissen über die Eisenversorgung? Fragen Sie den Sprayfo Aufzuchtspezialisten in Ihrer Region!

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