Atemwegserkrankungen: da bleibt einem die Luft weg!

Die Atemwege eines Kalbes sind sehr anfällig. So kommt es, dass Erkrankungen des Atmungsapparates ein häufiges und verlustreiches Problem auf landwirtschaftlichen Betrieben darstellt. Kälber, deren Atmungsapparat erkrankt ist, behalten meist bleibende Schäden, die sich vor allem in einer verminderten Leistung (Milchleistung bzw. Tageszunahmen bei Masttieren) äußern. 

Die Lunge eines Kalbes entwickelt sich relativ spät. Erst mit dem zweiten Lebensjahr hat sie ihr volles Volumen erreicht. Das hat zur Folge, dass ein junges Kalb nur über eine sehr geringe Lungenkapazität verfügt und im Falle einer Erkrankung kaum Reserven hat. Die Atemwege eines Kalbes sind sehr eng und können somit sehr schnell verstopfen. Die Kälberlunge ist sehr stark segmentiert und jedes Segment hat nur eine Verbindung zur Luftröhre - ist diese Verbindung verstopft, funktioniert das gesamte Segment nicht mehr.

Reagieren statt ignorieren

Die innere Oberfläche der Bronchien ist mit einer Schleimhaut ausgekleidet, auf deren Oberfläche kleine Härchen, die sogenannten Cilia, sitzen. Diese Härchen transportieren die im Schleim gebundenen Staubpartikel, Bakterien etc. in Richtung Luftröhre. Dieser Mechanismus dient der Selbstreinigung der Lunge.
Schon im Anfangsstadium einer Atemwegserkrankung funktioniert die Selbstreinigung der Lunge nur noch eingeschränkt. Ignorieren Sie die ersten Anzeichen einer Erkrankung nicht, sondern handeln Sie, sobald Sie Kälber mit erhöhter Atemfrequenz und Nasenausfluss in Ihrem Bestand haben. Unterstützen Sie Ihre Kälber beispielweise mit Ergänzungsfuttermitteln, die die Produktion der Schleimschicht und die Selbstreinigung der Lunge fördern.