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    Gut, besser, Kolostrum

    Grundlage schaffen mit Kolostrum

Kälber sind Flaschenkinder

Neugeborene Kälber brauchen kurz nach der Geburt eine große Menge qualitativ hochwertiges Kolostrum. Weniger bekannt ist, dass die Kolostrumversorgung einen großen Einfluss auf die Entwicklung des Immunsystems der Kälber hat. Untersuchungen zeigten außerdem wie vorteilhaft die Nutzung einer Nuckelflasche ist.

Kälber kommen ohne Immunabwehr gegen Krankheiten auf die Welt. Das Kolostrum der Mutterkuh ist essentiell für den Aufbau der sogenannten passiven Immunität, die das Kalb während der ersten Lebenswochen schützt. In Abhängigkeit von der Kolostrumqualität kann es manchmal besser sein, auf das Kolostrum einer anderen Kuh auszuweichen. In der Kolostralmilch findet sich eine Vielzahl von Immunglobulinen, wobei besonders die Menge des Immunglobulin G für die Immunisierung des Neugeborenen eine wichtige Rolle spielt. In der Praxis lässt sich zum Beispiel mit Hilfe eines Kolostrometers das spezifische Gewicht und daraus der gesamte Eiweiß- sowie Immunglobulingehalt ablesen.

Untersuchung des Zusammenhangs von Kolostrumversorgung und dem Immunschutzaufbau bei Kälbern

Das National Animal Health Monitoring System in den Vereinigten Staaten  hat 2007 eine umfangreiche Untersuchungen  der Kälber durchgeführt, die zwischen dem ersten und dem siebten Tag nach der Geburt  genügend  Antikörpern im Blut hatten. Dabei wurde auch untersucht, welchen Einfluss die Verabreichung des Kolostrums auf die Entwicklung der Antikörper hat. Für diese Studie wurden 1816 Blutproben von Kälbern aus 394 Betrieben und 17 Bundestaaten untersucht. Die Proben stammten von gesunden Kälbern, die in den ersten Tagen Kolostrum bekommen hatten.

Rund 19 Prozent der Kälber hatte trotz Kolostrumgabe einen niedrigen IgG-Wert, was trotzdem als passables Ergebnis bewertet wird. In dieser Studie wurden jedoch nur Kälber getestet, die laut Aussage des Landwirts ausreichend Kolostrum bekamen und gesund waren. Dennoch wies eins von fünf Kälbern einen Mangel an Antikörpern auf!

Mehr Kolostrum bedeutet besseren Immunschutz

Die Studie lässt deutlich den Zusammenhang zwischen der aufgenommenen Kolostrummenge und dem Antikörpergehalt im Blut der Kälber erkennen: 69% der Kälber hatten innerhalb von 4 Stunden nach der Geburt weniger als 3,8 Liter Kolostrum erhalten. In dieser Gruppe betrug der Anteil Kälber mit einem zu niedrigen IgG-Wert 18,6%. 31% der Kälber bekamen innerhalb dieser 4 Stunden mehr als 3,8 Liter Kolostrum wobei der Anteil an Kälbern, die einen zu niedrigen IgG-Wert hatten, bei 3,6% lag.

Fazit: Durch eine größere Menge an Kolostrum nimmt die Anzahl Kälber, die eine zu geringe Immunabwehr haben, um 27% ab. Mehr Kolostrum bedeutet also auch eine bessere Immunabwehr des Kalbes!

Kälber von Hand mit Kolostrum versorgen, verbessert die Immunität

Ein zweites, wichtiges Ergebnis war, dass die Kolostrumfütterung von Hand  besser funktioniert, als das Kalb bei der Kuh trinken zu lassen. Von den untersuchten Kälbern trank ein Viertel direkt bei der Mutterkuh und aus dieser Gruppe hatten 26% einen zu niedrigen IgG-Wert. In der Gruppe, die von Hand getränkt wurde, wiesen jedoch nur 17% der Kälber eine zu geringe Immunität auf.

Kolostrumversorgung mit der Nuckelflasche ist die beste Lösung

Zu guter Letzt wurde untersucht, auf welche Art und Weise die Kälber mit Kolostrum versorgt wurden. Aus dieser Untersuchung ging hervor, dass die meisten Kälber (82%) Kolostrum über eine Flasche bekamen und damit die besten Erfolge realisiert wurden. Der Anteil Kälber mit einem zu geringem IgG-Wert lag in dieser Gruppe bei 16% und somit weit niedriger als zum Beispiel beim Drenchen.

Die Ursache für die besseren Ergebnisse mit der Nuckelflasche ist wahrscheinlich die bessere Speichelbildung während des Saugens am Nuckel. Durch das Saugen und den Speichel wird das Verdauungssystem aktiviert und die Abwehrstoffe können besser aufgenommen werden.

Protokoll zur ersten Kolostrumversorgung

Sprayfo empfielt so schnell wie möglich nach der Geburt, am besten innerhalb der ersten Lebensstunde, bis zu vier Liter Kolostrum zu verabreichen. Dies ist die beste Möglichkeit Kälber mit einer gesunden Dosis Antikörpern zu versorgen und somit die Grundlage für einen guten Start zu legen. 

Sehen Sie sich für das vollständige Biestmilchprotokoll  am ersten Tag und die Fütterung in den ersten drei Tagen den Artikel „Fütterungsschema Biestmilch für Kälber“ an.

 

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